Am 22. Februar durften wir Dreimillionen bei ihrem Konzert im Keller Klub Stuttgart besuchen und ihnen ein paar Fragen stellen.

(c) Leonie Kupferschmidt | (v.l.n.r.) Janis, Yanni, Jonas, Olli, Chrissi.
(c) Leonie Kupferschmidt | (v.l.n.r.) Janis, Yanni, Jonas, Olli, Chrissi.

Dreimillionen sind eine deutsche Rock- und Popband aus Frankfurt am Main, bestehend aus Yanni (vocals), Olli (guitar), Jonas (guitar), Chrissi (bass) und Janis (drums).

Wie habt ihr euch kennengelernt und wie kamt ihr dazu "Dreimillionen" zu gründen?


Janis: Chrissi, Yanni und ich haben vorher schon zusammen in einer Band gespielt. Den Jonas und den Olli haben wir später dazu bekommen, durch deren verschiedenen Bands.

Yanni: Man trifft ja bei Shows auch immer andere Bands und so haben wir damals den Jonas mit seiner Band kennengelernt. Zu dem Zeitpunkt brauchten wir einen Gitarristen, der Jonas hatte Bock und als wir dann noch einen Gitarristen brauchten, meinte Jonas er kennt noch jemand und das war dann der Olli.


Gibt es einen Künstler, mit dem ihr gerne mal zusammen arbeiten würdet?


Olli: Michael Jackson. (lacht)

Janis: (lacht) Udo Jürgens.

Chrissi: So direkt nicht, ehrlich gesagt, das ist schwierig. Wir haben uns da auch noch nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, weil wir viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt sind. (lacht) Klingt komisch ist aber so. Vielleicht sehen wir uns ja so in einem Jahr wieder und du gibst uns nochmal die Chance die Frage zu beantworten. Möglicherweise haben wir dann eine Antwort.


Wenn ihr für einen Tag lang, mit einer beliebigen Person euer Leben tauschen könntet, welche wäre das?


Alle: Michael Jackson. (lachen)

Olli: Ich würde jetzt philosophisch sagen, ich wollte keinen Tag tauschen, weil das ist ja ganz schön viel Zeit, wenn man darüber nachdenkt. Man kann an einem Tag sehr produktiv sein.

Yanni: Ich hab so viel zu tun, ich hab keinen Tag frei. (lacht)

Olli: Ich hab echt keine Zeit, ich hab für so einen Tausch keine Zeit. (lacht)

Yanni: Also ich würde ja mit dem Olli tauschen, weil im Gegensatz zu ihm, habe ich den ganzen Tag nichts zu tun. (lacht) Einen Tag lang mal er sein und viel zu tun haben, da hätte ich Bock drauf.

Chrissi: Dann würde ich mit meinem Bruder tauschen, einen Tag lang nichts machen, wäre schon cool. (lacht)

Janis: Ich glaube, ich würde mit Dagobert Duck tauschen. Ich will einfach mal wissen, wie es ist Geld zu haben.

Chrissi: Du weißt schon, dass es den in echt gar nicht gibt?

Janis: Achso. (lacht)


Was hört ihr denn privat so für Musik? Beschränkt ihr euch da nur auf Rock?


Chrissi: Vorwiegend schon in die Rockrichtung, aber es kann auch mal ein gutes Hiphop Album sein oder bisschen mehr in die Jazz und Blues Richtung. Wir sind da auf kein Genre beschränkt, solange die Musik gut ist hören wir das auch gerne. Pitbull jetzt eher weniger. (lacht) Und Schlager.

Janis: Wobei. Helene Fischer – Atemlos.

Chrissi: Da hat sie natürlich einen raus gehauen – das muss man einfach mitmachen.

Yanni: So vollen Schwachsinn hören wir dann gerne zum Feiern.

 

Welche Superheldenfähigkeit hättet ihr gerne?


Janis: Kennst du den Film „Jumper“ von Hayden Christensen? Der kann sich einfach ein Bild von einem beliebigen Ort anschauen und dann dort “hinjumpen“. Wann er will. Das könnte ich gerne

Chrissi: Das heißt, egal was du siehst oder woran du dich erinnerst, da kannst du wieder hin. Das finde ich extrem cool. Das wäre auf jeden Fall auch meine Superheldenfähigkeit.

Yanni: Ich würde gerne Telekinese können, das ist einfach das Beste. Wenn du dir vorstellst, du kannst mal kurz etwas an seinem Gehirn herumdrücken und dann fällt er tot um. (lacht) Das ist so eine Macht. Oder du kannst einfach den Tisch hier nach dort oben auf diesen “Wulle Bier-Turm“ heben, das ist geil.

Olli: Also ich finde Batman am Geilsten, der hat überhaupt keine Superkräfte. Aber sonst die Zeit anhalten oder verlangsamen.

Yanni: Dann hättest du mal Zeit, mit jemand anderem dein Leben zu tauschen. (lacht)

Janis: Ich muss noch kurz anmerken, dass ich finde, dass „Flash“ der überflüssigste Superheld der Welt ist, weil er einfach nur schnell rennen kann und sonst nichts.


Wer schreibt bei euch die Texte?


Yanni: Die Texte schreiben hauptsächlich Janis und Jonas, ab und zu schreibe auch ich mal was, ansonsten pass ich das nur an. Ich singe ja und mache die Melodien und Texte schreiben können die zwei einfach besser.


Was inspiriert euch musikalisch und beim Songwriting?


Yanni: Immer das, was ich gerade so höre und denke, dass es geil klingen könnte. Ich habe dann verschiedene Sachen in meinem Kopf und daraus baue ich einen Song.

Janis: Am meisten eigentlich Erlebnisse von mir selbst und Künstler, die ich gerne höre.


Wie lief die Produktionsphase eurer EP „Aus Gold“ ab?


Olli: Wir haben immer so einen CD-Rohling in die Maschine gelegt, das haben wir mit 1000 Stück gemacht, hat schon gedauert. (lacht) Dann haben wir die mit Hand bemalt, weil es sonst zu teuer gewesen wäre, da man pro Druckfarbe eine Startgebühr von 10€ zahlen muss. Das klingt jetzt erstmal wenig, aber da kommt pro CD nochmal sieben Cent dazu, mal 1000 sind 70€, plus die 40€ für die Farben. Ich mein, das kann man sich ja einfach sparen. (lacht).

Von dem ganzen Geld, das wir jetzt haben, sind wir zum Beispiel nach Stuttgart gefahren und freuen uns total auf die Show heute Abend.

Chrissi: Nein, also die Entstehungsphase dieser EP ist ein sehr langwieriger Prozess gewesen. Sie sollte eigentlich zu einem früheren Zeitpunkt released werden, aber dann kam das Eine zum Anderen und dann wurde es halt erst jetzt der Freitag. (lacht)


Was wolltet ihr als Kind werden?


Yanni: Ich wollte immer Müllabfuhr-Mann werden. (lacht) Hinten auf diesem Ding stehen, während das fährt, das fand ich super cool.

Chrissi: Also unsere Oma hat immer gesagt, werdet Hähnchen-Verkäufer, da habt ihr immer Kunden. Wurden wir dann aber leider nicht. (lacht)

Janis: Ich wüsste da jetzt nichts, ich hatte glaube nie so einen Berufswunsch.

Yanni: Wolltest du nicht so Spieleredakteur werden?

Janis: Das war viel später, da war ich ja kein Kind mehr.


Was ist das beste am Musiker Dasein?


Yanni: Das Bier im Backstage. (lacht)

Chrissi: Der Moment, wo man die Bühne betritt, dir eine Masse von Menschen entgegen blickt und sich dann wegdreht. (lacht) Weil sie dich nicht kennt. Und dann fängst du an zu spielen, alle drehen sich um und denken so „Whoa was für eine Band!“ und rasten vollkommen aus.

Janis: Hatten wir noch nie so, aber irgendwann wollen wir das mal erleben. (lacht)

Nein, ich glaub mein bester Moment war bei unserer Releaseshow am Freitag, weil ich noch nie mitgekriegt habe, wie es ist wenn Leute deinen Text mitsingen. Anscheinend habe ich da auch die ganze Zeit gegrinst. Das war ein sehr cooler Moment.


Was war bisher das Beste, wo ihr gespielt habt, wo hat es am meisten Spaß gemacht?


Janis: Wir hatten mal ein Support bei Jennifer Rostock, das war ein super-geiler Gig.

Chrissi: Aber war das das Beste? Marburg fand ich auch richtig geil.

Yanni: Ja, das war das Lahnwiesen Open-Air, das war toll. Da sind wir von der Brücke gesprungen, sind im Tretboot untergegangen (lacht) und waren abends noch feiern.

Olli: Ich würde auch sagen, Jennifer Rostock oder Marburg, die waren beide sehr cool!

 

 

Gibt es etwas, das ihr nicht mal für eine Million Euro tun würdet?


Chrissi: Dreimillionen Euro verschenken. (lacht)

Also eine Million Euro sind schon viel Geld, aber um jetzt mal in die sentimentalere Richtung zu gehen – ich würde natürlich niemals die Band verlassen.

Olli: Das würde ich sofort machen. (lacht)

Suizid würde ich für eine Million nicht machen.

Janis: Das ist ja auch bescheuert. (lacht) Ich schenke dir eine Million, wenn du dich umbringst haha.

Yanni: Wobei, wenn ich die Million bekomme und dann ein Jahr Zeit hätte, würde ich das vielleicht schon machen.

Chrissi: Ich würde mir niemals ein Freiwild Tattoo stechen lassen.


Habt ihr ein Ziel, wie erfolgreich ihr mit der Musik werden wollt oder ist das relativ egal, solang es Spaß macht?


Chrissi: Nein, wir setzen uns da kein Ziel, wir schauen einfach was wir erreichen können und versuchen immer noch eine Schippe drauf zu legen.

Yanni: Wenn man irgendwann davon leben kann, wäre das auf jeden Fall cool.

Olli: Dann kann man damit auch aufhören, sobald man davon leben kann. (lacht)

Yanni: Wir haben es geschafft, wir können jetzt aufhören. (lacht)

Chrissi: Dann kann man sich neue Herausforderungen suchen.

Janis: Müllmann werden zum Beispiel! (lacht)

 

 

Eure Top 3 Lieblingskünstler? Außer Michael Jackson!


Chrissi: (lacht)Nirvana..

Janis: Echt, Nirvana wäre unter deinen Top 3?

Chrissi: Ja, ne eigentlich nicht. (lacht) Man kann halt damit zeigen, dass man älter ist und vor allem, dass man sie überhaupt kennt.

Janis: Die kennt doch schon jeder von den H&M T-shirts.

Yanni: Die Beatles, Joy Division und Rolling Stones. (lacht)

Olli: Bach und The Mozart. (lacht)

Chrissi: Nein, wir hören eigentlich gar nichts, nur unsere eigene Musik.

Janis: Jetzt haben wir die Frage gar nicht ernsthaft beantwortet. (lacht)

Olli: Ich bin voll der Hipster, der nur komische Musik hört und sich darauf total fokussiert. So von wegen „Das kennste nicht? Ja dann geh mal weg.“ (lacht).

 

Wenn ihr euer Leben lang nur noch einen Song hören könntet, welcher wäre das?


Yanni: „This is it“ von Michael Jackson. (lacht)

Nein, auf jeden Fall „I would walk 500 miles“ von The Proclaimers.

Chrissi: Ja! Es gibt die Regel, wenn das Lied läuft, muss jeder sein Bier exen. (lacht)

Yanni: Wir haben mal eine total bescheuerte Playlist gemacht, in der gibt es ungefähr 30 mal dieses Lied und jedes mal musst du eben dein Getränk exen. (lacht)

Janis: Um die Frage ernsthaft zu beantworten. Bei mir wäre es wahrscheinlich „Fix you“ von Coldplay.

Olli: Oh gott das wäre total schlimm für mich, dann würde ich nie wieder Musik hören.

Yanni: Ich würde glaub´ irgendwas von Moneyboy nehmen; „Back in the building“. (lacht)

 

Was steht 2015 bei euch an, habt ihr irgendwelche Projekte?


Olli: Ich hab Geburtstag.

Yanni: Ja, der Olli hat auf jeden Fall ganz viel zu tun, das hat Priorität. (lacht)

Janis: Shows spielen, viel herumkommen und auf jeden Fall neue Songs schreiben. Was sich dann noch ergibt, wird man sehen.


Vielen Dank für das Interview und viel Spaß euch bei eurer Show!


Alle: Danke dir.

(c) Leonie Kupferschmidt, Februar 2015