"Was dort abgeht ist pervers!"

Im Sommer diesen Jahres haben ITCHY zusammen mit "OceanCare" eine Kampagne gestartet ("I Care"), um die Plastikmüllverschmutzung in den Ozeanen zu bekämpfen. Wir haben uns bei ihrem Konzert in Nürnberg (3.12.17) mit Drummer Max über die Kampagne unterhalten.

Ihr habt dieses Jahr in Zusammenarbeit mit „OceanCare“ die Kampagne „I Care“ ins Leben gerufen – wie kam es dazu und worum geht es bei dieser Kampagne?

Max: Wir haben uns in der Vergangenheit schon für den Meeresschutz eingesetzt, zB. gab es Kampagnen über Wasserlärm, um darauf aufmerksam zu machen, dass es das wirklich gibt. So kam eins zum anderen; wir haben von OceanCare erfahren und sind dann mit ihnen zusammengeführt worden. Es geht dabei um die Plastikmüllverschmutzung der Meere und darum, was man dann dagegen tun kann und wie man darauf aufmerksam machen kann.

 

Im Sommer habt ihr selbst Hand angelegt und habt auf Mallorca Plastikmüll an den Stränden eingesammelt – wie war das für euch; wie geschockt wart ihr?

Max: Man kommt an den Strand und dann heißt es „Okay, hier machen wir ein „beach cleaning“. Wir dachten „also naja, so schlimm sieht das nicht aus, kriegen wir da überhaupt Müll zusammen?“. Dann schaut man aber genauer hin und stellt fest, dass das echt pervers ist. Die Leute spülen zum Beispiel Mengen an Wattestäbchen in der Toilette runter; die liegen ÜBERALL am Strand. Auch andere Hygieneartikel liegen vorne am Meer, da wo die Kinder spielen. Das ist schon ganz schön eklig und schockierend.

 

Zeichne bitte dein Gesicht, als du die Menge an Plastikmüll auf Mallorca gesehen hast!

Was einem bei dem Thema natürlich sofort einfällt sind Plastiktüten. Aber außer den Tüten… wo können wir Zuhause anfangen; was sind eure Tipps wie man besonders effektiv auf Plastik verzichten kann?

Max: Ich glaube, dass wenn man ein Bewusstsein entwickelt,  das von ganz alleine kommt. Auf Tour merke ich es am meisten. Man kommt gar nicht ganz drum rum, das ist krass. Es gibt Kaffee, dann stehen da Einwegbecher daneben. Es sind lauter Kleinigkeiten. Man braucht den Nerv es zu umgehen.

 

Als Band, vor allem auf Tour, kann es natürlich schwer sein auf Plastik zu verzichten. Wie managed ihr das?

Max: Genau, so weit es geht. Alles geht natürlich nicht, und es ist ja auch nicht so dass, wir mit erhobenem Zeigefinger dastehen und sagen „Niemand darf mehr Plastik benutzen“. Wir sind natürlich auch nicht fehlerfrei, aber wir versuchen es soweit es geht.

 

Und stellt ihr auch Anforderungen an die Locations?

Max: Wir haben eine freundliche Bitte gestellt. Wir haben darum gebeten soweit es geht auf Einwegplastik zu verzichten. Oft klappt das auch. Manche Clubs schenken Bier in Einwegbechern aus, da haben wir versucht mit den Leuten zu reden, damit das vermieden wird und Mehrwegbecher benutzt werden.

 

Kommen wir zu ein paar anderen Dingen. Ihr hattet eine Eis-Wette am laufen; falls jemand auf der Bühne „Itchy POOPZKID“ sagt. Gibt’s die Wette noch, ist euch das noch ein paar Mal passiert?

Max: Die Wette gibt es natürlich noch! Es ist aber tatsächlich nicht mehr passiert. Panzer ist es im Sommer zweimal passiert, der musste dann zwei Runden Eis spendieren, das war super!

 

Welche Musiker/Bands wünscht du dir zurück?

Max: Ich bin relativ knapp an Kurt Cobain vorbeigeschrammt. Grunge ist schon lange her und ziemlich überholt, aber das ist die erste Rockmusik, mit der ich in Verbindung gekommen bin. Ich denke, dass er noch einiges in diese Welt gebracht hätte.

 

Es sind zwar noch ein paar Tage übrig von diesem Jahr, aber wenn du mal zurückdenkst, was ist euer Fazit 2017? Und was waren die absoluten Highlights?

Max: Dieses Jahr ist extrem viel passiert! Die Tour mit Bad Religion war auf jeden Fall ein Highlight; mit denen haben wir neun Shows gespielt. Das sind einfach Runk-Rock-Legenden und das sind wirklich coole Typen. Die sind auf dem Boden der Tatsachen geblieben. Die Wahl war natürlich nicht so toll, aber die AfD wird hoffentlich auf kurz oder lang kein Problem mehr sein!     

 

Ihr habt ja vor dem aktuellen Album eine große Pause angekündigt, die dann allerdings nur 7 ½ Monate lang war. Wann können wir von euch denn eine RICHTIGE Pause erwarten, sodass wir uns mal erholen können und unsere Ruhe haben?

Max: Wir sind einfach eine Band, die die Füße nicht stillhalten kann. 7 ½ Monate klingt vielleicht kurz, aber für uns fühlt es sich wie eine Ewigkeit an. Vielleicht bringen wir’s übers Herz mal 8 ½ Monate Pause zu machen.

 

Twittern dürft ihr dann natürlich noch!

Max: Ach so, twittern dürfen wir? Naja, okay. Aber ist's dann überhaupt eine richtige Pause, wenn wir trotzdem noch twittern?

         Weitere Infos zu OceanCare gibt's auf www.oceancare.org.

 

 

(c) Sarah und Pia, Dezember 2017