The Rolling Stones - 12.9.2017 - OLYMPIASTADION MÜNCHEN

WIR HABEN DIE LEGENDEN IN MÜNCHEN LIVE GESEHEN. EIN NACHBERICHT.

 

Quelle: www.rollingstone.de
Quelle: www.rollingstone.de

Es gibt Bands, die sind solche Klassiker, dass man sie einfach einmal gesehen haben muss. Dies gilt vor allem, wenn man nicht weiß, wie lang es die Band noch geben wird. Bei den Rolling Stones liegt der Altersdurchschnitt bei 73,75 Jahren. Um mal ein bisschen mit Statistiken um mich zu schmeißen: der Durchschnittsmann in England wird lediglich (Stand 2013) 78 Jahre alt. Bedeutet: Es könnte die Stones in ungefähr fünf Jahren nicht mehr geben – was wir natürlich nicht hoffen. 

Wir haben also eventuell eine der letzten Chancen ergriffen und uns die Band in München mal live angesehen.

Als Vorband spielt Kaleo, die wir euch ja schon vor längerem vorgestellt haben (hier zum Nachlesen). Erst danach füllt sich das Olympiastadion so richtig. Knapp 70.000 Menschen haben Platz und warten gespannt auf ihre großen Helden. Die Altersspanne des Publikums? Von 15 bis 70 alles dabei, möchte man behaupten.

 

Als dann plötzlich die Melodie von „Sympathy for the Devil“ eingespielt wird, kann sich keiner mehr halten. Die Band auf der Bühne mag vielleicht nicht mehr taufrisch aussehen, aber alle Bewegungen und der Sound sprechen eher für Mitte 20 als für Mitte 70.

„It’s Only Rock’n’Roll“, „You Can’t Always Get What You Want“, “Paint It Black” und “Honky Tonk Woman” werden gespielt. Dazu fegt Jagger über die riesige Bühne als hätte er seine Gelenke daheim gelassen.

Plötzlich spricht Jagger von jener großen Wahl, die allen bevorsteht. Ob es eine Anspielung auf die Bundestagswahl oder auf die Musikwahl ist, weiß letztendlich keiner.  Jedoch wird auf Wunsch eines Konzertbesuchers „Beast of Burden“ gespielt.

 

Kurz darauf folgen „Happy“ und „Slipping Away“ von Keith Richards persönlich gesungen. Dieser steckt sich danach wieder ganz lässig die Kippe in den Mund und fährt fort Gitarre zu spielen, so wie es eben nur Keith Richards kann. Das letzte Lied vor der Zugabe ist „(I Can’t Get No) Satisfaction“. Nun singen alle mit. Der absolute Gänsehautmoment des Abends.

 

Als Zugabe kommt „Gimme Shelter“. Dies ohne Lisa Fischer, dafür aber mit der ähnlich kraftvollen Singstimme von Sasha Allen. Diese singt Mick Jagger komplett in Grund und Boden. Dazu kommen die Bilder von aktuellen Demonstrationen in Amerika. „Black Lives Matter“ „Free Education“ und „I march for LGBTQ+“ steht auf den Plakaten der Demonstranten. Somit ist “Gimme Shelter” zwar fast 50 Jahre alt, jedoch textlich aktueller denn je.

 

Das Rolling Stones Konzert endet mit einem Feuerwerk und „Jumpin‘ Jack Flash“. Danach quetschen sich knapp 70.000 Leute in die überfüllte Münchner U-Bahn und werden sich bewusst, dass sie gerade einer der größten Bands der Weltgeschichte gesehen haben.

 

 

 

 

 

(c) Caro, Oktober 2017