Maeckes - 27.4.14 - Rosenhof Osnabrück

Foto: Anna
Foto: Anna

Maeckes, Orsons-Mitglied und Chimperator-Signing, veröffentlichte in limitierter Auflage dieses Jahr sein neuestes Album „Zwei“, ist aktuell wieder mit seinen Gitarrenkonzerten unterwegs und lud am Sonntag, den 27.4., nach Osnabrück in den Rosenhof ein.

Wer „Zwei“ oder auch andere Werke von Maeckes kennt, der wird sich im ersten Moment eventuell über die Idee der Gitarrenkonzerte wundern, da Synthesizer-Klänge und basslastige Elektrobeats überwiegen. Doch wer Maeckes kennt wird von dem Singer-Songwritter auch kein „normales“ Unlugged-Konzert erwarten, sondern ist sich bewusst das ihn irgendetwas zwischen Wohnzimmerkonzert und selbstironischer Comedy, ohne aufwendige Specialeffects und ohne große Bühnenshow erwartet.

 

Maeckes betritt in Regenjacke und -hose die Bühne. Den unscheinbaren Straßenmusikerlook legt er jedoch nach dem ersten Song schwungvoll ab. Darunter verbirgt sich die feine Abendgarderobe in Form eines grauen Anzugs. Die Atmosphäre ist locker und es wird sehr viel gelacht. Der erste Teil des Konzertes bestand hauptsächlich aus Maeckes und seiner Gitarre, auf der er ein paar Akkorde runterspielt und dazu „singt“. Schnell wird auch denen im Publikum klar, die es vorher vielleicht nicht wussten: Der Rapper ist weder der beste Sänger noch der begnadetste Gitarrenspieler. Doch genau das ist dem Gastgeber völlig klar und er entschuldigt sich mehrmals für seine eher mageren Gitarrenkünste und gibt zu, dass er nur wenig geprobt hat, oder dass man das nächste Lied theoretisch auch nur mit zwei Mittelfingern spielen könnte und führt dies dann auch gleich mal vor.

 

 

"Ich bin unperfekt, jeder kann meine Fehler sehen. Einfach unperfekt, eine unlesbare DVD."

 

 

Das alles ist ihm allerdings egal, denn auch wenn er die Erwartungen seines Publikums nicht erfüllen könne, in seinem „Kopf klingt alles wunderschön“. Und was sich in Maeckes' Kopf abspielt, wird dem Publikum zwischendurch immer wieder einspielend präsentiert: drückender Bass, beatlastige Melodien, eine kleine Party mit Lichteffekten – eben genau wie auf der Platte.

Einige von den gespielten Songs waren improvisiert oder gingen nur wenige Sekunden, so wie die musikalische Bitte, die Handys auszuschalten und keine Videos zu machen. Woran sich das Publikum auch das ganze Konzert über gehalten hat. Rückblickend sehr vorbildlich, da wir alle wissen, wie nervig Smartphones auf einem Konzert sein können. Andere Songs wirkten mit iPad- und Luftgitarren-Einlagen wie eine Parodie auf das Gitarrenkonzert, doch gerade das alles wirkte unglaublich sympatisch.

 

Immer wieder wurde das Publikum mit einbezogen, bestimme Situationen wurden kommentiert oder der Erste, der schnell genug reagiert und auf die Bühne stürmte, bekam einfach mal das Geld für die Konzertkarte zurück. Dazu gab es einen unsichtbaren Gast und eine zerstörte Gitarre.

Im letzten Drittel des Konzertes gab es einen Umbruch und die Show wurde beatlastiger, wozu das Publikum eingeladen war wieder in Maeckes Kopf zu wechseln. Die Hip-Hop-Fans wurden bedient und die Menge konnte, als Maeckes wie gewohnt am Mic splittet, bei „Graustufenregenbogen“ mit Flitterregen, „Herz voller Wespen“ und „Unperfekt“ mitrappen. Bei „Jetzt“ wurde das beeindruckend textsichere Publikum auf die Probe gestellt und aufgefordert die fehlenden Orsons-Mitglieder zu ersetzen.

Das Publikum war vom ersten Song an mitgerissen und war auch von den Akustikversionen begeistert. Das ganze Konzert wirkte unberechenbar und einzigartig und Maeckes selber sagte: „Eigentlich handel ich hier auch nur nach der Regie und versuche spontan sinnvoll zu reagieren!“. Doch gerade deswegen wirkt es so nah, privat und ehrlich – man fühlte sich fast wie unter Freunden.

Nach dem Konzert nahm Maeckes sich am Merchstand Zeit für seine Fans, ging auf alle Fragen ein, verteilte Autogramme und wirkte dabei total gelassen.

Kein Konzert wie jedes andere, aber gerade deswegen so besonders. Hat man die Gelegenheit eines zu besuchen, sollte man nicht lange überlegen und sich einfach überraschen lassen.

 

 

Wer Maeckes nicht kennt und jetzt neugierig geworden ist sollte unbedingt auf seiner Website vorbeigucken. Dort kann man sich unter anderem „Null“ und das Remix-Album „Eins“ kostenlos downloaden: www.maeckes.de

 

(c) April 2014, Anna