"Die Fusion von melodischen, deepen Klängen, herzerwärmenden Stimmen und drückend treibenden Basslines mit einer Prise Lockerheit" - das sind WhatElse - die zwei Stuttgarter Dj´s Galla und Sebastian. Wir durften den zwei ein paar Fragen stellen.

Links: Galla, rechts: Sebastian
Links: Galla, rechts: Sebastian

 

Wie habt ihr euch kennengelernt und wie kamt ihr dann dazu "WhatElse" zu gründen?

 

Sebastian: Kennengelernt haben wir uns eigentlich über Facebook, wenn man´s genau nimmt. (lacht) Erstmal so zwei Jahre auf Facebook befreundet, aber nicht wirklich Kontakt gehabt und dann über einen gemeinsamen Kumpel, mehr oder wenig zufällig mal...

Galla: Ja, ich hatte sturmfrei vier Monate lang und dann standen wir da mal morgens, alle verknallt bei mir auf dem Balkon und dann so "Hi ich bin der Seba", "Hi, Galla, bin auch Dj." (lacht). Da hat sich das so ergeben. Wir haben uns erstmal getroffen, gejammt und dann direkt zusammen im Hype Club mal fünf Stunden gespielt und das hat super funktioniert. Seit dem, Mai 2013 war das, machen wir das, auch offiziell mit dem Namen "WhatElse"

Also "WhatElse" ist ja ein ein Wort, aber aus zwei zusammengesetzt. Den Namen haben wir gewählt, wegen den zwei Richtungen, die wir machen. Wir gleichen es schon immer mehr an, aber vom Stil her, ergänzt es sich auch gut.

 

 

Gibt es einen Künstler, mit dem ihr gerne mal zusammen arbeiten würdet?

 

Galla: Da gibt´s genug.

Sebastian: Da haben wir uns noch nie so Gedanken darüber gemacht, aber auf der Wunschliste quasi, gibt es viele. Wir haben in Stuttgart grade mit sehr vielen zu tun gehabt, sei es Planung oder nur mal ein Gig. Aber das waren einfach zu viele, da können wir jetzt nicht spontan einen Namen nennen.

Galla: Ich würde sagen, eine geile Erfahrung war´s auf jeden Fall mit "Einmusik" in der Romy S.

 

 

Wenn ihr für einen Tag lang, mit einer beliebigen Person euer Leben tauschen könntet, welche wäre das?

 

Galla: Neugierig wäre ich auf "Butch", ein relativ bekannter Künstler. So um zu sehen, wie es ist, alle zwei Tage irgendwo anders zu sein.

Sebastian: Bei mir wäre es "Florian Meindl", dann wöllte ich ein Tag in sein Studio.

 

 

Was hört ihr denn privat so für Musik?

 

Sebastian: Relativ viel Verschiedenes. Also von Rock, Metal, über Hiphop bis Elektronisch. Alles außer Pop und Schlager. (lacht)

Galla: Bei mir ist es nicht alles auf einmal. Ich hab in der Grundschule sehr viel Hiphop, vor allem amerikanischen, gehört. So mit 13-14, kam Rock, Punk und Metal und dann hab ich auch angefangen Dubstep aufzulegen, also erstmal nur bei mir daheim. Danach kam eine Phase, wo ich nur krassen Techno gehört habe, dann wieder zurück zum chilligen Deep House. Jazz war auch irgendwo mal dazwischen. Und jetzt zu 80% elektronische Musik, man muss ja auch irgendwie auf dem Stand bleiben. Der Rest ist Hiphop.
Hauptsache irgendwas, wo ein erkennbarer Beat ist. Ich bin da sehr minimalistisch, da ich elf Jahre lang Schlagzeug gespielt habe. Das hat sich dann aber abgelöst mit der elektronischen Musik.

Sebastian: Ich finde, das Lied muss halt gut sein. Vom Genre her, würde ich mich da nicht richtig festlegen wollen.

 

 

Wie alt wart ihr, als ihr wirklich angefangen habt, selbst elektronische Musik zu machen?

 

Sebastian: 12-13.

Galla: Ja.

 

 

Welche Superheldenfähigkeit hättet ihr gerne?

 

Galla: Ach du scheiße. Ich kenn mich mit Superhelden gar nicht aus, ich war auch als Kind nie so auf diesem Trip.

Sebastian: Ich auch nicht wirklich, war auch nie so ein "Marvel"-Freak oder so..

Galla: Ne, aber ich würde halt gern fliegen. Also du stehst so irgendwo in der Stadt und sagst, da will ich jetzt hin und hüpfst einfach in die Luft und fliegst dann los. Da träum´ ich auch manchmal von. (lacht)

Also nicht hoch, nicht schnell, nicht so was krasses. Nur wie so ein kleiner Jetpack, mal hier hin, mal da hin.

Sebastian: Ja, dem schließ ich mich an. (lacht)

 

 

Ist es euer Traum, von der Musik zu leben oder wollt ihr irgendwann auch noch etwas anderes machen?

 

Galla: Momentan ist es schon der Traum, ja. Beziehungsweise, was heißt Traum, verkrampfen wir es mal nicht, sonst geht´s schief. Aber das wär auf jeden Fall so ein Wunsch.

Bevor ich jetzt fünf Jahre lang schau, dass ich fest arbeite mit Familie und Verantwortung und denk dann so, ja du hättest es probieren können. Dann war´s fürn Arsch. Da würde ich lieber, paar Monate auf der Straße leben, dass ich das dann irgendwann schaff´, als es gar nicht erst zu probieren.

Das ist ein sehr ausgeprägter Wunsch, wir sind da auch ziemlich engagiert.

 

 

Was ist das beste am Musiker Dasein?

 

Galla: Im Club ist es das, dass du dir quasi selbst ins Fäustchen grinsen kannst, weil du schon weißt, was als nächstes kommt und guckst, wie die Leute reagieren.

Das geilste ist halt, die Musik, die man selber liebt, auf einer guten Anlage im Club mit Körperschall und allem zu hören.

Sebastian: Und dazu kommt noch, die Leute glücklich zu machen. Es gibt nichts schöneres, als in die Menge zu schauen und alle haben Spaß und tanzen.

Galla: Es gibt einem mehr, als dass es Energie raubt, auch wenn man kein Schlaf hat.

 

 

Legt ihr im Club nur eure eigene Musik auf?

 

Sebastian: Eher weniger eigentlich. Ich kann an der Hand abzählen, wieviel eigene Sachen wir haben. Aber im Prinzip schauen wir schon, wenn es passt, etwas eigenes zu spielen. Aber sonst, andere Sachen, die wir gerade feiern oder Künstler, die wir unterstützen wollen.

Galla: Ich denk, man kann sagen, dass wir so ein bis zwei eigene Songs pro Set spielen. Wenn überhaupt.

 

 

Was wolltet ihr als Kind werden?

 

Galla: Da hab ich letztens erst drüber nachgedacht, aber ich hab nie eine Antwort gefunden.

Sebastian: Ich auch nicht. Ich weiß nicht, wenn ich jetzt Feuerwehrmann sagen würde, wäre es wahrscheinlich gelogen (lacht). Vielleicht war es so, aber ich hab keine Ahnung.

Galla: So wie eigentlich heut immer noch, bisschen naiv vielleicht, aber so im Jetzt leben. Einfach das beste aus der Situation machen.

Sebastian: Als Kind, willst du halt Kind sein. Das ist doch das wichtigste.

 

 

Was war bisher das Größte, wo ihr aufgelegt habt, beziehungsweise, wo hat es am meisten Spaß gemacht?

 

Galla: Was jetzt noch frisch ist, ist der Abschlussgig im Lehmann bei "Heute schon getanzt?" am 26.Dezember. Da hatten wir die ganze Nacht den zweiten Floor. Das war schon ziemlich gut. Und mit "Einmusik" im Romy S, das war letztes Jahr.

Sebastian: Im 33, wo wir das Closing gespielt haben. Das war überragend! Es waren vielleicht nur noch 30 Leute da, aber im Endeffekt war es einer der besten Gigs. Hätten eigentlich ´ne Stunde Playtime gehabt, waren dann aber zwei. Da kam auch sehr viel positives Feedback, war sehr schön.

Galla: Die meinten dann auch , ja hey, lass mal planen, dass ihr hier jetzt regelmäßig spielt und zwei Wochen später hat es geschlossen. (lacht)

Sebastian: War schade, ja...

 

 

Gibt es etwas, das ihr nicht mal für eine Million Euro tun würdet?

 

Sebastian: Einen Mainstream-Song produzieren.

Galla: Sag sowas nicht. Wenn du mal ´ne Millionen siehst.. (lacht)

Sebastian: Ne Quatsch (lacht). Das ist eine ganz schwere Frage. Sagen wir so, ich würde ziemlich viel dafür machen, einfach weil ich auch ein kleiner Adrenalinjunkie bin.

Galla: Ich würde glaub´ auch viel dafür tun, aber ich will niemand damit weh tun. Also wenn es etwas böses ist, würde ich es nicht tun. Bei allem anderen, fällt mir jetzt so spontan nichts ein, was ich nicht machen würde.

 

 

Wer oder was inspiriert euch soundtechnisch bei eurer eigenen Musik?

 

Galla: Ganz viel Verschiedenes. Also alle paar Monate, steht man ja auch privat auf etwas anderes, das ist dann so eine Mischung.

Sebastian: Um mal eine Richtung anzugeben, würde ich sagen, dass sich unser Sound im letzten halben Jahr langsam Richtung "KEINEMUSIK" entwickelt hat. So ganz grob.

 

 

Wenn ihr euer Leben lang nur noch einen Künstler hören könntet, welcher wäre das?

 

Galla: Ich glaub das wär "Aesop Rock". Das ist einfach krasser Hiphop, ich versteh kein Wort, aber ich fand es so geil. Der hat mich jahrelang begleitet.

Sebastian: Das ist schwierig, ich höre so viel Musik. Ich würde auch niemals sagen, dass ich einen Lieblingssong habe. Also wenn ich nur noch eine Platte hören könnte, wäre es "The Wall" von "Pink Floyd".

 

 

Habt ihr ein Ziel, wie erfolgreich ihr mit der Musik werden wollt oder ist das relativ egal, solang es Spaß macht?

 

Galla: Da muss man erstmal Erfolg definieren. "David Guetta" zum Beispiel, der spielt überall, kriegt ein Haufen Kohle und steht dann aber auf der Bühne und ist total am Arsch. Und "Avicii" hat ein Burnout gehabt. Das wollen wir natürlich nicht.

Da muss man irgendwie ein Kompromiss finden. Das zu machen, was man liebt, aber trotzdem aufpassen, dass man nicht als Musikhure benutzt wird.

Sebastian: Davon zu leben wäre cool. Aber auf jeden Fall sich treu zu bleiben, ja.

 

 

Was steht 2015 bei euch an, habt ihr irgendwelche Projekte?

 

Galla: Jetzt sind wir erstmal, seit diesem Jahr offiziell im "Toy" Residenz, nach dem wir dort drei Gigs hatten. Bei "HGM - Hauptsäschlisch Guude Mussik" zum Beispiel, was ja heute auch zwei Jahre Geburtstag hat.
Letztes Jahr war unser Ziel, dass wir paar Gigs außerhalb von Stuttgart haben, was auch geklappt hat. Ich weiß nicht wie und warum, aber es hat funktioniert. Und dieses Jahr würden wir gerne für ein, zwei Gigs raus aus Deutschland kommen. Viel produzieren, den eigenen Sound wieder stärken. Mit "WRZ - Wir Rudern Zurück" werden wir auf jeden Fall noch viel Spaß haben.

Sebastian: Ganz gechillt, aber mit Elan weitermachen. Wie gesagt mal im Ausland spielen und einen eigenen Sound wirklich festigen. Weiter Erfahrungen sammeln.

 

 

Vielen Dank für das Interview!


Wir danken!

 

 

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(c) Januar 2015, Leonie Kupferschmidt

 Links: Sebastian, rechts: Galla
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