In Stuttgart gibt es seit diesem Jahr jeden zweiten Samstag im Monat Freestylebattles im Club Zwölfzehn. Ich habe den Veranstalter des Rapkessels Tim Mundinger getroffen und ihm ein paar Fragen zu seinem Projekt gestellt.

Quelle: Facebook
Quelle: Facebook

Wie entstand die Idee zum Rapkessel, wie kam es dazu?

Ich kam mit meiner Freundin Anja auf die Idee, die mich auch jetzt noch sehr viel bei dem ganzen Projekt unterstützt. Und ich hatte einfach Lust etwas zu veranstalten, habe mich dann mit dem Chef von Radio Clash getroffen, der immer gerne junge Leute unterstützt und er hat mir angeboten, dass ich unter dem Namen von Radio Clash was veranstalten kann. Wir hatten die Idee, ja lass doch mal wieder was wie früher starten und solche Freestylebattles wieder ins Leben rufen. Wir wollten eine Plattform für Nachwuchskünstler schaffen, einen Treffpunkt für Produzenten, Rapper und Hiphop Begeisterte und damit neue Talente entdeckt werden. Wir haben eben gesehen, dass funktioniert in Berlin auch und dachten, okay wir probieren es, obwohl uns sehr viele davon abgeraten haben. Keiner hat gedacht, dass es wirklich ein Erfolg wird oder Leute kommen und letztendlich hat´s ja jetzt doch geklappt.


Was genau ist eigentlich ein Freestylebattle und wie läuft das hier ab?

Freestylebattle läuft so ab, man weiß nicht wer sein Gegner ist und man versucht dann sein Gegner freestyle, also ohne geschriebene Texte, lustig darzustellen oder ja, ihn einfach zu erniedrigen. Ihn vor dem Publikum lächerlich zu stellen.

Bei dem Rapkessel ist es so, es gibt vier Vorrunden und in jeder machen acht Rapper mit. Von jeder Vorrunde kommen die zwei besten ins Finale. Also bei vier Vorrunden sind es dann acht Rapper die im Finale sind. Im Finale wird dann der Sieger ermittelt und der gewinnt dann 500 Euro und einen Pokal.


Wie kann man beim Rapkessel mitmachen oder wie bewirbt man sich?

Man kann uns entweder an die Facebookseite schreiben ( www.facebook.com/rapkessel ) oder die zweite Variante ist, dass man hier einfach vorbeikommt, spontan beim Open Mic mitmacht und wir haben hier eine Jury sitzen, die entscheidet dann wer noch mitmacht, bis wir die acht Leute haben.


Kannst du auch freestylen, beziehungsweise rappen?

(lacht) Ich kann auch freestylen ja, aber ich hab mich mittlerweile da zurückgezogen. Ich hab auch früher viel gerappt, war viel live unterwegs, nicht hier in Stuttgart, aber in Ulm. Und mittlerweile bin ich nur noch Veranstalter.


Und wieso hast du aufgehört zu rappen? Hat es kein Spaß mehr gemacht?

Also Spaß macht´s immer noch, nur hab ich irgendwann gedacht, ich hab sehr viel Spaß am Veranstalten, ich hab uns früher auch selber immer veranstaltet und man muss sich halt für eine Seite entscheiden. Entweder man rappt oder man veranstaltet. Kann sein, dass ich irgendwann nochmal sage, ich lass jetzt das Veranstalten und geh wieder ins Studio und nehme etwas auf. Ist jetzt aber erst mal nicht geplant so. Ich habe mein Interesse nie an der Musik verloren. Ich geh zwar öfters noch zu Leuten und mach Musik, aber ich bring es nicht mehr raus oder mache Live-Auftritte. Nur just for fun.


Hörst du persönlich dann auch viel Deutschrap?

Ja, ich höre auch viel Deutschrap, aber lange nicht nur Deutschrap. Ich höre auch gern bisschen ruhigere und melancholische Sachen. Oder allgemein, wenn Leute singen und mich das berührt, hör ich gern.


Ist der Rapkessel dein erstes eigenes Projekt?

Nein, also ich hab früher uns selbst auch veranstaltet wie gesagt und dann hatte ich eine “Jam around“ hieß das. Da sind wir in Ulm gewesen, in Rheinland-Pfalz, in Mainz und vier oder fünf Veranstaltungen hab ich da gemacht. Aber das war keine feste Veranstaltung wie der Rapkessel. Also das ist die erste Veranstaltung von mir, die in Stuttgart stattfindet.


Willst du immer als Veranstalter unterwegs sein oder ist das gerade nur so eine Phase?

Ich hab schon Lust zu veranstalten, aber der Hauptgrund warum ich das mache ist weil ich mich für Musik interessiere und gerne auch im Hintergrund mehr stehe. Es dann schön finde, wenn bei einer Veranstaltung wirklich Leute kommen, die sich das gerne anschauen und das sozusagen honorieren, die Arbeit die dahinter steckt.


Also dann auch dein ganzes Leben lang, wenn´s geht?

Ja genau.


Was sind deine Aufgaben als Veranstalter, um was musst du dich alles kümmern?

Als Veranstalter kümmert man sich um die Werbung, die natürlich sehr umfangreich ist. Man hat ständig mit Leuten zu tun, die sich auch in der Szene bewegen, arbeitet mit anderen Leuten zusammen. Man organisiert von der Kasse bis zum Backstage, also beim Rapkessel ist es so, dass ich eigentlich alles selbst mache. Heißt; Getränke holen, aufbauen, mich um die Kasse kümmern, dass jemand vorne sitzt und den Eintritt kassiert. Absprachen mit der Location, eine Location überhaupt erst suchen, Dj´s organisieren, Rapper organisieren, alles mögliche also.


Wie kam es dazu, dass der Rapkessel im Club Zwölfzehn stattfindet?

Mir gefällt der Laden und der hat eine schöne Bühne und Atmosphäre. Ich finde das passt mehr zu einem Freestylebattle heute, als früher. Früher war so etwas ja immer in einem Jugendhaus, da hat´s auch ins Jugendhaus gepasst, aber mittlerweile hat sich Hiphop in eine andere Richtung entwickelt. Die Basis ist zwar immer noch dieselbe, aber es gibt halt auch neue Fans, nicht nur die alten, die gerne auch ins Jugendhaus gehen. Sondern auch Leute, die jetzt vielleicht höheren Alters sind und sich das gerne mal anschauen wollen, die kommen dann eher ins Zwölfzehn, als irgendwo in ein Jugendhaus zu gehen. Und man kann viel mehr Leute einfach dafür begeistern, nicht nur die eingefleischten Hiphop Fans, sondern eben auch die Leute, die schon immer mal wissen wollten, wie läuft so was ab und das dann auch live erleben wollen.


Vielen Dank und weiterhin viel Glück mit dem Rapkessel!

Danke!

 

(c) Leonie, Oktober 2014