Kids of Adelaide können auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurückblicken. Neben der Veröffentlichung ihres Albums 'Byrth', waren sie auf eigener Deutschland-Tour. Wir haben die zwei Jungs aus Stuttgart zum Interview getroffen.

(c) Sebastian Specht
(c) Sebastian Specht

Was ist euch das Wichtigste beim Musik machen – Das Geld, die Fans oder die Musik und das Gefühl auf der Bühne?

 

Severin: Die Kohle natürlich (lacht). Nein auf jeden Fall das Musik machen an sich. Aber mir geht es oft so, wenn wir auf Tour sind, was natürlich der Wahnsinn ist, dass ich dann viel lieber Lieder schreiben würde. Und umgekehrt genauso. Wenn wir dann in der Songwriting-Phase sind, hab ich total Bock auf ´ne Tour und Liveshows.

Benni: Ich kann auch nicht sagen, was genau das wichtigste für mich ist. Ich finde das ist schon so ein Gesamtpaket. Sich ausdrücken, andere Leute erreichen, aber das mit der Musik bisschen Geld reinkommt ist auch wichtig. Wahrscheinlich würde keiner von uns das dauerhaft machen, wenn kein Geld damit rumkommt, weil das einfach nicht geht.

Deswegen zählt da alles dazu. Zusammen Musik machen, ob live oder zuhause, ist schon der Kern, aber die anderen Sachen bauen darauf auf.

 

Schreibt ihr eure Texte gleich auf englisch oder erst auf deutsch?

 

Severin: Gleich in Englisch. Das ist auch unsere musikalische Muttersprache. Wenn man die Texte erst auf deutsch schreiben würde, könnte man die Reime gar nicht genauso rüberbringen.

 

Wenn ihr für einen Tag mit einer beliebigen Person euer Leben tauschen könntet – welche wäre das?

 

Benni: Also ich würde mit dir tauschen Severin.

Severin: Ich wollte genau das gleiche sagen. (lacht) Aber das wäre wahrscheinlich gar nicht so spektakulär.

Benni: Wenn es nur um einen Tag geht, wäre ich glaub einfach mal gern eine Frau.

Severin: Ja absolut.

 

Mit welchem Künstler würdet ihr gerne mal zusammenarbeiten?

 

Benni: Ich stehe total auf Bon Iver. Weil das einfach ziemlich neu, beziehungsweise anders ist, was der macht.

Severin: Mich würde interessieren, mit Keith Richards zusammen zu arbeiten. Auch wie der so an die Songs rangeht, fände ich mega spannend.

 

Was für Erfahrungen habt ihr bei den Supportshows mit Jamie Cullum und Ricky Dean Howard gemacht? Habt ihr etwas dazu gelernt?

 

Severin: Mit Ricky Dean Howard haben wir egentlich eine Co-Headliner Tour zusammen gespielt. Aber das mit Jamie Cullum war ziemlich geil. Das waren vier Konzerte, wie zum Beispiel in Berlin vor 5000 Leuten. Das ist mega krass gewesen. Grade von den großen Künstlern kann man extrem viel lernen und die sind gar nicht überheblich. Die reden dann mit dir, geben dir Tipps und Kritik. Aber alles auf eine konstruktive Weise.

 

Wer schreibt bei euch die Texte?

 

Severin: Wir komponieren beide gleich viel. Wir wohnen ja zusammen, da vermischen sich unsere Ideen auch immer. Der eine schreibt mal einen guten Text, dann macht der andere eben “nur“ den guten Gitarrenriff dazu. Gesungen wird eh alles zweistimmig, da gibt es keine Trennung.

 

Was inspiriert euch beim Songwriting, wie auch musikalisch?

 

Severin: Musikalisch klar so die alten Rolling Stones Sachen. Das Album, das sie in Frankreich aufgenommen haben, hat mich immer sehr inspiriert.

Textlich sind es generell eigene Erlebnisse. Das ist schwer ein Nenner zu sagen. Eben das was so zusammenkommt an Gedanken und Erlebnissen.

 

Was wolltet ihr als Kind werden?

 

Severin: Als ich klein war, wollte ich mal einen Bauernhof haben mit ganz vielen Tieren. Weil ich Kühe so mag. (lacht)

Benni: Entweder ich hab es vergessen oder ich hatte wirklich nie etwas. Ich wollte nie so etwas wie Pilot oder Feuerwehrmann werden.

 

Was findet ihr besser - Festivals oder Clubshows?

 

Severin: Ich finde so ein randvoller Club ist mit das geilste. Ganz egal ob das ein kleiner Club mit 80 Leuten oder ein großer mit 250 Leuten ist. Wenn der Club voll ist, ist die Stimmung immer der Wahnsinn.

Bei Festivals ist es eben der Unterschied, dass die Leute nicht nur wegen dir da sind und das merkt man schon.

 

Welche Superheldenfähigkeit hättet ihr gerne?

 

Severin: Ich würde gern fliegen können. Davon träume ich auch öfter.

Benni: Ich hätte gerne eine Uhr mit der man in der Zeit zurück springen kann. Das ist zwar keine Fähigkeit, aber Batman hat auch nur Items, der kann ja eigentlich nichts.

 

Was war bisher das beste, wo ihr bisher gespielt habt?

 

Severin: Auf jeden Fall die vier Jamie Cullum Shows in Deutschland.

 

Habt ihr ein Ziel, wie erfolgreich ihr mit der Musik werden wollt oder ist das relativ egal, solang es Spaß macht?

 

Severin: Wenn genug Geld rein kommt und es Spaß macht ist das schon der Wahnsinn. Aber das mit dem Geld ist schwer voraussehbar.

Benni: Also so berühmt sein, dass überall über einen berichtet wird, das will ich nicht. Aber es gibt ja auch Bands die in China spielen und die erkennt trotzdem niemand, weil die nicht groß in der Öffentlichkeit stehen.

Unser Ziel ist es das langfristig machen zu können. Wenn´s geht auch europaweit, dass man unterwegs ist. Das Berühmt sein selber ist uns ziemlich egal.

 

Gibt es etwas, dass ihr nicht mal für 1Mio € tun würdet?

 

Benni: Das ist schwer, da würde ich schon ziemlich viel machen.

Severin: Ich würde niemand dafür umbringen.

Benni: Ja, das würde ich auch nicht machen.

 

Eure Top3 Künstler?

 

Severin: Das ändert sich ständig, weil von überall neues kommt.

Benni: Bon Iver, Dry the river und Angus Stone.

Severin: Ja, ist gut.

 

Was mögt ihr an eurer Heimat Stuttgart am meisten?

 

Benni: Seit einem guten halben Jahr wohnen ja wir zusammen in einem eigenen Haus mit Garten und Werkstatt. Und gerade bauen wir eine Terrasse. Da bin ich momentan am liebsten.

Severin: Wir sind sehr viel unterwegs, auch in anderen Städten. Und an Berlin, Hamburg oder Köln kommt Stuttgart natürlich lange nicht ran. Da fängt es schon an, dass man hier ab 22 Uhr kein Bier mehr kaufen darf. (lacht)

Also wir sind jetzt keine Hardcore Stuttgart-Fans.

Benni: Kommt auch immer darauf an, mit wem man wo ist.

 

Was steht 2015 bei euch an? Habt ihr irgendwelche Projekte?

 

Severin: Wir nehmen gerade ein neues Album auf und das kommt dann wahrscheinlich Ende des Jahres raus.

Benni: Wir sind zweimal in der Schweiz und auf mehreren kleinen Festivals jetzt im Frühjahr. Und dann gibt es im frühen Herbst noch eine Überraschung, aber da können wir noch nichts zu sagen.

 

Wenn ihr euer Leben lang nur noch einen Song hören könntet, welcher wäre das?

 

Severin: Das ist glaub´ völlig egal, der würde mir so oder so total schnell auf die Nerven gehen. (lacht)

Benni: Puh, bei den Fragen muss man sich ja wirklich Gedanken machen.

Severin: Ich würde Bitter 'Sweet Symphony' von The Verve nehmen.

Benni: Dann würde ich wahrscheinlich 'Holocene' nehmen von Bon Iver.

 

Das war´s. Vielen Dank!

Foto: Edgar Rehberger
Foto: Edgar Rehberger

(c) Leonie Kupferschmidt,  Februar 2015