Flex – das ist DER Newcomer des Deutschraps. Von 2006 bis 2011 lebte der 21-jährige mit seiner Familie in Namibia. Dort gründete er mit seinem Bruder und zwei einheimischen Backgroundsängerinnen die Band “Hustlenamics“ und war dort sogar einmal Support von Massive Töne. Jetzt ist er auf dem besten Weg auch hier erfolgreich zu werden. Ich habe den Stuttgarter zum Interview getroffen.

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Wie kamst du eigentlich auf den Namen “Flex“?

Flex ist mein Spitzname. Ich wurde von meine Freunden früher immer so genannt.


Wann hast du angefangen Musik zu machen?

Das war mit 14 Jahren in Namibia. Ich hab fünf Jahre lang in Afrika gelebt und da hat das so angefangen, dass ich in irgendein Headset Schlager gesungen habe. (lacht) Das waren die Anfänge.


 


Hat dich das musikalisch dann auch irgendwie beeinflusst, dass das mit der Musik in Namibia angefangen hat und nicht in Deutschland?

Ja, das glaube ich schon. Wir hatten da ja auch eine Band mit zwei einheimischen Backgroundsängerinnen und ich habe sehr viel getrommelt in Namibia. Diesen ganzen Flow und Rhythmus, den ich dort eingesammelt habe, hilft mir jetzt hier beim Beats machen.


Kannst du dir vorstellen auch mal wieder zurück nach Afrika zu gehen, um dort zu leben?

Nein, zum Wohnen nicht. Ich war jetzt neulich zu Besuch – das war schön – aber wohnen will ich dort nicht mehr.


In dem Musikvideo zu deinem Song “Is mir egal“ bist du komplett nackt, beziehungsweise untenrum nur verpixelt. War dir das beim Dreh nicht unangenehm?

Also ich war nicht komplett nackt, wenn andere Leute beim Dreh dabei waren. Ich hatte so eine Art String an, das hinten durchsichtig war und vorne hautfarben. Wenn ich mit anderen gedreht habe, dann hatte ich das an und wenn ich alleine gedreht habe, was auch vorkam, dann hatte ich eben nichts an. Falls ihr es genau wissen wollt. (lacht)


Rappst du schon immer auf deutsch?

Nein. Ich habe angefangen englisch zu rappen, was sich in Namibia natürlich ergeben hat, da dort alle englisch reden. Aber dann bin ich doch ziemlich schnell auf das Deutsche umgestiegen.


Was oder wer inspiriert dich beim Songwriting?

Das ist immer die Musik die ich gerade höre oder die Lieder die ich ganz aktuell höre, die beeinflussen die Songs die ich mache. Also ich hab niemanden Bestimmten der mich da beeinflusst. Sondern ich höre Musik und der Künstler, sagen wir jetzt Sido, Max Herre oder Curse inspiriert mich dann beim musikalischen Teil. Bei den Texte kommt es eher von Nicht-Rappern.


Hast du Ziele, wie weit du mit der Musik kommen willst und wie erfolgreich?

Mein Ziel ist, mit meiner Musik so viele Menschen wie möglich zu erreichen um dann mit ihnen auf Tour abzufeiern. Ich will unbedingt eine Deutschland Tour machen. Darauf hab ich am meisten Bock.

Ich meine jeder Musiker möchte erfolgreich sein und das will ich auch. Wie erfolgreich ist schwierig zu sagen weil ich noch keine Ahnung habe wie es ist erfolgreich zu sein. Aber sagen wir so erfolgreich wie ein deutschsprachiger Musiker eben werden kann haha.


Also willst du dann auch mal davon leben?

Das wäre mein Traum. Absolut. Das wünscht sich doch jeder. Das was man am liebsten macht, als Beruf zu haben. Musik machen, Videos produzieren, Konzerte geben und davon leben können. Traum!


Die wohl häufigste Frage unter deinen Youtube-Videos ist, ob du Cro bist. Findest du das cool, mit ihm verglichen zu werden oder nervt es?

Es ist auf jeden Fall eine Ehre mit Cro verglichen zu werden, aber auf der anderen Seite werde ich nicht als Erstes als Flex gesehen, sondern eben als Cro und das ist dann schade.


Deine Brüder sind ja auch musikalisch und einer sogar als DJ unterwegs. Unterstützt ihr euch da viel gegenseitig bei der Musik oder macht jeder sein eigenes Ding?

In Afrika haben wir, auch mit der Band, sehr viel Musik zusammen gemacht. Als wir dann nach Deutschland zurückgekommen sind, hat das aufgehört. Ich habe allein weitergemacht und er hat angefangen Techno zu machen. Das ist keine Rivalität oder so, nur ich interessiere mich nicht für Techno und er sich nicht mehr für Rap.


Was sind deine weiteren Pläne? Kommt ein Album oder gibt es Live-Auftritte?

Da kann ich jetzt noch nicht viel dazu sagen. Es kommt auf jeden Fall irgendwann ein Album und Live-Auftritte, das ist alles in Arbeit.

 

(c) Oktober 2014, Leonie