"Wenn sich die 52er in ihrem Labor die Nächte um die Ohren schlagen, entsteht Außergewöhnliches. DJ, Produzent und Hobby-Alchemist kl52 mischt mit geschultem Hip Hop-Sachverstand staubige Samples und futuristische Sounds, packt satte Drums und ordentlich Bass dazu und sägt hier und da mit knarzenden Synthies daran herum. Dem Ganzen injiziert Wortakrobat und Sympathieträger LIB eine Überdosis Charisma und liefert charmant powervolle Raps zielsicher direkt ans Trommelfell. Das Resultat sind eingängige Songs, die letztlich zu einem waschechten Livemonster von Bühnenshow mutieren!"

Foto: Jonathan F. Kromer
Foto: Jonathan F. Kromer
Foto: Jonathan F. Kromer
Foto: Jonathan F. Kromer

Old Vinyl: Wie kam es zur Bandgründung von 52er? Und warum ist die Musikrichtung Hip Hop geworden?

kL52: Wir kennen uns schon seit der 7ten Klasse. 2005 bat ich ihn einen Track für mein erstes Mixtape aufzunehmen. Kurz danach hab ich ihn dann als Rapper zu einem gemeinsamen Crossoverprojekt namens „Monkee Wrench“ geholt. In der Zeit hatten wir dann schon den Plan ein gemeinsames Hip-Hop-Projekt zu starten.

 

Old Vinyl: Was steckt hinter dem Namen "52er“?

kL52: Die „52“ hat mein Bruder damals ins Leben gerufen. Das ist das Ende der Postleitzahl aus der Erlanger-Gegend, wo wir herkommen. Das war auch so ein Gang-Ding in unserer Pubertät („Lautes Gelächter“ an dieser Stelle!). Ich hatte das dann damals schon in meinen Graffiti - und später auch DJ-Namen eingebaut. Einige Zeit später wurde ich zu einem Hip-Hop-Soundclash eingeladen. Dafür habe ich einen MC gebraucht und einen Crewnamen. War sofort klar, dass Lib der MC sein muss. Wir haben dann so rumgesponnen und die 52 zum Spass wieder aufgegriffen und daraus die „52er“ gemacht. Die 52 steht auch bei der ganzen Sache nicht für ein gefährliches Viertel oder so einen Quatsch. Eher für eine gute Zeit und eine schöne Gegend in der wir aufgewachsen sind.

 

Old Vinyl: Wie kamst du (Basti) zum Hip Hop / "DJing" und wie kam Hans zum Hip Hop / Rappen?

kL52: Mein Dad hat eine riesige Plattensammlung. Bei uns lief immer viel Musik zu Hause. Er war sogar auch mal DJ. Ich hab dann immer wieder Rap-Videos gesehen und war von DJs und dem „Scratchen“ echt fasziniert. Als ich dann die ersten Hip-Hop-Magazine so um 1996/1997 für mich entdeckt habe, musste ich feststellen, dass das Equipment gar nicht so teuer war. Ich habe dann mein ganzes Konfirmationsgeld für Plattenspieler ausgegeben und seitdem sammle und kratze ich auf Schallplatten herum.

LIB: Meine Mom hat mir damals meine ersten Hiphop-Platten mitgebracht "...hör mal rein, vielleicht gefällt dir das..." - Liebe auf den ersten Beatschlag - wenig später dann die ersten eigenen Versuche auf Englisch heimlich im Kinderzimmer - wirklich ernsthaft mit dem Rappen und schreiben ging‘s dann ende der 90ern los, als es den großen D-Rap-Boom gab.

 

Old Vinyl: Wie entstehen eure Texte/Melodien/Effekte und was ist euch wichtig beim texten/mixen, damit es ein 'guter' Song wird?

kL52: Ich experimentiere viel mit Sounds, Melodien oder suche nach guten Samples. Wenn dann ein Basis-Loop steht kommen Drums und Bass dazu. Das langt mir meistens schon.

Im Regelfall zeige ich dann Lib einfach die noch recht rohen Beats, die ich gebastelt habe. Wenn ihm dann was gefällt, sprechen wir dann darüber in welche Richtung das noch grob gehen könnte, aber er nimmt sie meistens einfach mit nach Hause und kommt mit einem Text drauf zurück. Das arbeiten wir dann aus und arrangieren alles. Wir beide sind unsere schärfsten Kritiker. Wenn der Song uns gefällt, spielen wir ihn. Wenn nicht - ab auf den Müll.

 

Old Vinyl: Was / Wer wäre euer Traum-Feature?

kL52: The Cool Kids! Chuck Inglish und Sir Michael Rocks haben uns wirklich stark beeinflusst. Die beiden haben auch so einen „Oldschool-Vibe“, aber trotzdem sehr sehr modernen Sound.

 

Old Vinyl: Wenn ihr einen Tag lang das Leben mit einer anderen Person tauschen könntet - wer wäre das und warum?

kL52: Ich würde gern mit Lib tauschen. Dann sieht er mal was ich den ganzen Tag am Schaffen bin und fragt nicht immer, warum ich so im Stress bin. Und ich kann dann auch mal mehr vorne auf der Bühne rumspringen! :D

*** ohne Kl's Antwort zu kennen ***

LIB: Ich würde gern mit‘m Kl tauschen. Will mal sehen was der den ganzen Tag wirklich macht, ob das wirklich alles so stressig ist wie er meint ;-). Und er würde mal meinen „Hustle“ mitmachen und verstehen, warum der Kopf oft nicht frei ist um Texte zu schreiben. Ah, und DJ wollt ich ja auch immer mal sein.

 

Old Vinyl: Um was geht es in eurem neuen Song 'Is mir egal‘?

kL52: „Wir tun’s aus Liebe zur Sache / nie für die Kasse“ - die Line bringt den Song eigentlich recht gut auf den Punkt. :)

 

Old Vinyl: Wie entstand das Video? (Inspiration, erste Ideen)

kL52: Dieses Konzept mit den Projektionen auf LIB wollten wir ursprünglich für den Song „Haus im Weltraum“ vom "Ahhh Yeah!!!" Album nehmen. Wir hatten ein paar Mal die Möglichkeit vor meiner Partyreihe namens "Space Jam" im E-Werk - wo der Kollege „m.moiré“ sich um die Visuals kümmert - den LIB vor so ein paar Leinwände zu stellen und abzufilmen. Der Song hat einfach viel besser in diese fast schon psychedelische Stimmung gepasst. Gefilmt hat das ganze übrigens der zweite DJ von Space Jam - Jakob Schmutziger - und uns das Video auch schön geschnitten und nachbearbeitet. Das war einfach ein super schönes aber dennoch einfaches Konzept, dass sich schnell umsetzen lies. Die Haltbarkeit der Videos ist durch Youtube ja auch nicht mehr das, was sie mal war.

 

Old Vinyl: Wenn ihr nur noch eine Band / eine Künstler hören dürftet - welche(r) wäre das und warum?

kL52: Ich würde „Outkast" wählen. Der Sound der Alben ist so unterschiedlich und jedes Mal so großartig gewesen. Wird nie langweilig!

LIB: Jay-Z - weil: FAN, außerdem hat er schon 12 Alben draußen. Dann wird‘s nicht so schnell langweilig.

 

Old Vinyl: Was sind eure Pläne für 2015?

kL52: 2015 steht unser 10jähriges Jubiläum an. Es werden noch definitiv ein paar Videos kommen. Die Beats für ein Album hätte Lib soweit auch gepickt… Könnte ein verrücktes Jahr werden.

 

(c) November 2014, Sarah Whoever



Das Video zu 'Is mir egal' könnt ihr hier sehen: