itchy - all we know

Quelle: Itchy
Quelle: Itchy

Viel hat sich getan im Hause Itchy – ein neuer Name, ein neues Album... Naja, der Name ist natürlich nicht komplett neu. Was für die Jungs schon lange fällig war, ist jetzt passiert: weg mit dem „Poopzkid“. Unter den Fans war die Band seither sowieso als „Itchy“ im Gespräch, und so wurde aus „Itchy Poopzkid“ lediglich... „Itchy“.

Quelle: Itchy
Quelle: Itchy

Nach einer kurzen Verschnaufpause sind Sibbi, Panzer und Max aus Eislingen an der Fils wieder da. Sie haben neue Musik im Gepäck und präsentieren am 21. Juli ihr 7. Studioalbum „All We Know“. Dass Itchy nicht enttäuschen ist mittlerweile klar – nach 15 Jahren Bandgeschichte und über 900 Shows in 20 Ländern sind sie nicht nur ein eingespieltes Team, sondern auch Profis in ihrem Genre. Auch auf der neuen Platte „All We Know“ bleiben sie ihrem geliebten Punk-Rock treu, und tun das so facettenreich wie noch nie.

 

Eingeläutet wird die Platte direkt mit einem musikalischen „Brett“ - man kann es nicht anders beschreiben. In den Strophen steht Sibbis Stimme im Vordergrund – im Refrain geben Gitarre, Bass und Drums dann Vollgas. So wie wir es eben von Itchy kennen. „Stuck With The Devil“ ist meiner Meinung nach ein sehr gelungener Opener!

 

Ein ähnliches „Brett“ ist „Black“. Dieser Track qualifiziert sich meiner Meinung nach für einen der Top-Live-Songs der anstehenden Tour. Das Riff im Refrain lässt niemanden still sitzen – das kann ich mit gutem Gewissen jetzt schon sagen.

 

Die drei Singleauskopplungen „Keep It Real“, „Fall Apart“ und „Nothing“ haben eigentlich schon bewiesen, wie facettenreich das Album ist. Während „Fall Apart“ ein eher melancholisch-rockiger Song ist – der aber vorallem textlich sehr wertvoller erscheint - sieht man sich bei „Keep It Real“ und „Nothing“ schon bei den Konzerten springen und schwitzen.

 

Der sechste Track des Albums - „Before You Go“ - versprüht durchgehend positive Vibes und ist für mich ein Anwärter auf den „Sommer-Rock-Song“ 2017. Ein Lagerfeuer mit Freunden, ein Ausflug ins Grüne... „Before You Go“ gibt einem das Gefühl von Sommer, Sonne und Freiheit. „The Sea“ lehnt sich an dieses Gefühl an. Der Song ist allerdings ein wenig melancholischer als „Before You Go“; eigentlich ist's schon fast ein Liebeslied.

 

„Let's go hang out by the sea, life gets easier with me, just imagine how our days could be. And in the night we're making fire, sparks are dancing in the sky, leave the world behind and come with me – let's go hang out by the sea“.

 

 

„Danger!“ ist defintiv einer meiner Lieblingssongs auf diesem Album – ein typischer „Itchy Song“. Die markante Gitarre und der treibender Refrain, der defintiv Ohrwurm Potenzial hat, verpacken diesen Track zu einer energiegeladenen und schweißtreibenden Nummer. Und ich bin mir sicher, dass dieser Song auch bei den anstehenden Live Shows einen der Höhepunkte darstellen wird. Allein beim Hören sieht man schon Hunderte, ja wenn nicht sogar Tausende Menschen, im Takt springen und ausrasten.

 

Wer bei Track Nummer 9 angekommen ist und jetzt ein wenig verwirrt ist – ich kann euch beruhigen: nein, ihr habt nicht ausversehen zu einer AC/DC Platte gewechselt – das ist immer noch Itchy. Und wie! Treibende Drums und mal wieder die markanten Gitarren- und Bassriffs. Itchy haben es einfach drauf.

 

Für „We're Coming Back“ gibt es eigentlich nur eine Beschreibung, und die trifft es auf den Punkt: kurz und knackig.

 

Der Titelsong „All We Know“ beginnt relativ ruhig, der Gesang steht im Vordergrund und das Schlagzeug setzt erst in der Mitte der ersten Strophe ein. Die Musik steigert sich kurz, doch die zweite Strophe setzt genauso ruhig ein wie die erste. Erst gegen Ende des Songs verwandelt sich das Stück in eine laute Rock-Nummer und endet dann abrupt mit den Worten „...but that's all we know.“

 

„Itchy“ wissen einfach, wie man fetzige Riffs und schnelle Drumbeats mit fast schon melancholischen Songelementen verbindet – so wie bei „Day In Day Out“ und „The Last Of Us“. Zwei Songs, bei denen die Jungs erneut ihre musikalische Kreativität unter Beweis stellen. „The Last Of Us“ ist der letzte Track und rundet das Album perfekt ab.

 

Fazit: Wie am Anfang schon einmal angesprochen – diese Band enttäuscht nicht. Itchy sind authentisch, haben ihren eigenen uniquen Sound und schaffen es immer wieder, politische und persönliche Botschaften in starke Punk-Rock Songs zu verpacken. Facettenreich, ehrlich und niemals langweilig. „All We Know“ ist voller Geschichten, Statements und Erlebnissen. Ein Album für jeden, der Musik liebt und lebt. Sibbi, Panzer und Max haben Spaß bei dem, was sie tun. Und wir hoffen, dass sie nie damit aufhören werden.

 


 

VÖ: Itchy - All We Know, 21.7.2017, Arising Emprie

 

(c) Sarah, Juli 2017